Wednesday, August 17, 2022

Abschuss der Wunderfrauen-Triologie

 Umbruchszeiten am Starnberger See: Mit ihrem Setting in den letzten Band der Triologie um die "Wunderfrauen" greift Stephanie Schuster 50 Jahre zurück in die Vergangenheit ins Olympia-Jahr 1972. Manches, was im zweiten Band schon angedeutet wurde, ist nun jüngere Vergangenheit, etwa der tragische Tod von Maries Ehemann. Ihre Schwägerin Luise hingegen kämpft um das Überleben ihres kleinen Ladens angesichts der Konkurrenz der Supermärkte. War sie im zweiten Band noch schwanger und überlegte, ob Frauenärztin Helga ihr  mit einem illegalen Schwangerschaftsabbruch aus der schwierigen Lage helfen könnte, sind ihre Zwillinge nun zu jedem Streich aufgelegt. 

Und der damalige Nachwuchs im Grundschulalter ist längst bereit für die Disco und unbequemen Fragen nach der Vergangenheit. Annabels Sohn ist sogar Olympionike - das Münchner Olympia Attentat stürzt sie daher erst in Ängste, dann in Zorn, als sie erfährt, warum sie ihren Sohn eine Nacht lang vergeblich gesucht hat. Liebe gibt es ebenso wie Trennung, Bestand hat die Freundschaft der vier Frauen, die allen Wechselfällen und Veränderungen des Lebens trotzt.

Stephane Schuster schreibt einmal mehr mit Zeitkolorit und Gefühl, wobei davon auszugehen ist, dass sie eine Stammleserschaft hat, die mit den Anspielungen auf Ereignisse aus den vorangegangenen Bänden vermutlich keine Probleme haben. Wer Marie, Helga, Annabel und Luise am Ende der Reihe vermisst, kann sich freuen - auf der Verlagsseite ist bereits ein "Winterband" angekündigt, der 1991 in der Weihnachtszeit spielt. Lektüre schon unterm Weihnachtsbaum?


Stephanie Schuster, Die Wunderfrauen. Freiheit im Angebot

Fischer Taschenbuch, 2022

448 Seiten, 12 Euro

978-3-596-00131-6

No comments:

Post a Comment