Tuesday, May 28, 2024

Revival einer Liebe?

 Als einzige Irin in einer italoamerikanischen Familie fühlt sich Eilis, vor 20 Jahren aus Irland in die USA eingewandert, manchmal fehl am Platze, ja von la Famiglia eingekesselt. Schließlich wohnt Ehemann Tony nicht nur Haus an Haus mit seinen Eltern, auch seine beiden Brüder mit ihren Familien sind unmittelbare Nachbarn in dem ruhigen Viertel in Long Island.

So richtig gerät Eilis´s Welt allerdings aus den Fugen, als ein aufgebrachter Mann vor ihrer Tür steht und ihr sagt, Tony habe seine Frau geschwängert. Das Kind würde er ihr "vor die Tür legen" , da er auf gar keinen Fall das Kind eines anderen aufziehen werde. Auch für Eilis steht fest: Mit diesem Kind will sie nichts zu tun haben, der Vertrauensbruch ihres Mannes ist schlimm genug. 

Monatelang wartet sie darauf, dass Tony das Problem anspricht - Fehlanzeige. Dann erfährt sie über Umwege, dass Tony ihr gegenüber beharrlich geschwiegen hat, im Familienkreis aber schon längst alles geregelt ist - seine Mutter Francesca wird das Kind aufziehen. Für Eilis ebenso undenkbar wie das Kind im eigenen Haushalt zu haben.

Eilis beschließt eine Vermeidungsstrategie - zum mutmaßlichen Geburtstermin wird sie nicht zu Hause sein. Ihre Mutter in Irland wird 80, Grund genug, nach 20 Jahren mal wieder einen längeren Aufenthalt in der alten Heimat zu planen. Und auch Rosella und Larry, ihre beiden Kinder, wollen in den Sommerferien nachkommen, um endlich ihre irische Granny kennenzulernen.

In Irland warten allerdings neue Komplikationen. Das Zusammenleben mit der Mutter, der klatschfreudige kleine Ort - das geht Eilis ziemlich schnell auf die Nerven. Und dann ist da noch Pubbetreiber Jim, für den sie vor 20 Jahren - damals bereits heimlich mit Tony verheiratet - Gefühle entwickelte und den sie tief verletzte, als sie seinerzeit ohne Abschied in die USA zurückkehrte. Was sie nicht weiß - ihre ehemals beste Freundin hat schon länger eine heimliche Beziehung mit Jim und plant eine Hochzeit. Doch tiefe Gefühle können auch nach 20 Jahren wachgerufen werden - und sowohl Eilis als auch Jim stehen vor der Frage, was sie eigentlich wollen.

Colm Toibin schildert in "Long Island" eine Liebe in reiferem Alter -  Gefühle werden nicht mehr alleine von Hormonen gesteuert, als Mutter von zwei Kindern und in einer Ehekrise, in der über Probleme nicht geredet wird, muss Eilis entscheiden, was sie eigentlich will. Jim wiederum muss sich fragen, ob er die Gewissheit eines Lebens mit Nancy möchte oder das Vielleicht  mit Eilis. Toibin beschreibt die zauderliche Liebesbeziehung, aber auch die irische Kleinstadt der 70-er Jahre, in der alle viel zu gut über einander Bescheid wissen und ein langes Gedächtnis haben. Die ruhige, langsame Erzählweise passt zu den Figuren des Romans, die weniger durch lodernde Leidenschaft geprägt sind als über das Nachdenken über verlorene Möglichkeiten und verbleibende Chancen.


Colm Toibin, Long Island

Hanser 2024

320 Seiten, 26 Euro

 9783446279476

Saturday, May 25, 2024

Rasende Reporterin auf der Jagd nach Einbrecherbande

  Lust auf Ostsee, Strand und Mord? Frauke Scheunemanns Cozy-Krimi "Mord am Haff" bietet all das mit einem Hauch von romantic comedy. Wer auf der Suche nach einem Thriller für harte Nerven ist, wäre hier nicht gut bedient, wer dagegen eine Prise Humor und einen gute Laune Krimi nicht nur für Strandkorb-Urlaub sucht, dürfte Gefallen an Radiojournalistin Franziska Mai finden. Zusammen mit ihrem Volo Janis ermittelt sie gewissermaßen in Konkurrenz zur Polizei und besonders dem gutaussehenden Kommissar Kay Lorenz. Es geht schließlich nicht nur um Einschaltquoten, sondern auch um das Überleben des Usedomer Privatrundfunks.

Eine Einbruchsserie beunruhigt vor allem die wohlhabenden Usedomer, denn die Täter sind im hochpreisigen Segment unterwegs. Ist man denn nicht mehr sicher unterm Reetdach? Bei ihren Umfragen und in der Hörerpost bemerkt auch Franziska, dass die berühmte Volksseele kocht und auf der Suche nach Verdächtigen reflexartig über die nahe polnische Grenze schielt. 

Ein polnischer Journalist, der Franziska grenzüberschreitende Recherche vorschlägt, glaubt auf eine heiße Spur gestoßen zu sein. Doch dann endet ein Einbruch mit einer Toten. Und während es scheint, als werde über Facebook zur Gründung einer Bürgerwehr getrommelt, ermitteln Franziska und Kay unter Hochdruck mal gemeinsam, mal in Konkurrenz zueinander. Nur mit dem mehrfach geplanten Spaziergang unterm Sternenhimmel will es einfach nicht klappen.

"Mord am Haff" ist ein typischer Urlaubskrimi und verbreitet auch in anderen Lese-Regionen Strandfeeling. Die Autorin hat eine lockere-humorvolle Schreibweise, ohne ins Alberne abzugleiten. Die Protagonisten sind sympathisch und ich habe sie gerne bei ihren Ermittlungen begleitet. Die Lösung des Falls ist eine Überraschung, mit der ich so nicht gerechnet hätte.


Frauke Scheunemann, Mord am Haff

Fischer Scherz, 2024

350 Seiten, 14,99

9783651001022

Saturday, May 18, 2024

Charmant-überdrehtes Ermittlerpaar mit Baby

 Zwei Schriftsteller und ein Baby ermitteln in dem überdrehten und humorvollen Cozy-Krimi "Ein Toter lag im Treppenhaus" in dem Autor Andreas Neuenkirchen augenzwinkernd auch Influencertum, die Probleme des Genderns, Paarprobleme und Schreibblockaden aufs Korn nimmt. Die titelgebende Leiche gibt es natürlich auch. 

Das Buch lebt von der Gegensätzlichkeit der Protagonisten: Amadeus Wolf galt einst als literarisches Wunderkind, aber in den letzten Jahren litt er unter Schreibblockade. Momentan vielleicht kein Wunder, denn seine Frau ist nun schon seit drei Monaten auf Dienstreise in Luxemburg und Wolf ist somit alleinerziehender Vater von Baby Maxine, der sich immer festhält an dem Wunschgedanken, er sei nicht verlassen worden, auch wenn weder Anruf noch WhatsApp-Nachricht ein Lebenszeichen der Gattin brachten. Muss eine sehr intensive Dienstreise sein. Amadeus mag ein kritischer Intellektueller sein, aber am praktischen Sinn fürs Leben hapert es doch ein bißchen.

Holly McRose, so jedenfalls ihr Pseudonym, ist dagegen äußerst erfolgreiche Autorin von Schnulzenromanen um einen Highlander, die sie gewissermaßen im Akkord verfasst. Die quirlige und ein bißchen chaotische, neugierige und redebedürftige Frau ist die Nachbarin von Wolf. Lange gab es außer dem freundlich-distanzierten Grüßen im Treppenhaus keinen Kontakt, Doch das ändert sich, als der Nachbar aus dem Dachgeschoss bei einem Treppensturz zu Tode kommt. Holly will nicht an einen Unfall glauben. Und mit ihrer unerschöpflichen Energie schafft sie es, den zögerlichen Wolf tatsächlich zu überreden, gemeinsam den Tod des Nachbarn aufzuklären. Baby Maxie ist immer dabei,

Dass ich dieses Buch mögen werde wurde mir schon beim ersten Satz klar: Er liebte den Geruch frischer Farbe am Morgen. Es bleibt nicht das einzige Filmzitat. Neuenkirchen hat nicht nur zwei liebenswerte Hobbydetektive geschaffen, er spielt auch mit Stereotypen und Projektionen, sei es die Influencerin Veronica, die in einer rosaroten Mode-Makeup-Welt mit nichtbinärer Assitenzx zu leben scheint, aber ihren Followern schlauerweise verheimlicht, dass sie zwei Studienabschlüsse hat. Oder Polizist Can, der vom Münchner Hasenbergl stammt, auf Gangsta-Rap steht und dem die schriftstellernden Ermittler nicht ganz sauber vorkommen. Viel soll an dieser Stelle gar nicht verraten werden - aber dieser Cozy-Krimi ist ausgesprochen turbulent und unterhaltsam. Man merkt, dass dem Autor das Spiel mit Sprache und Popkultur Spaß macht. Ich hoffe, das ist nicht das Letzte, was ich von Amadeus Wolf und Holly McRose gelesen habe.

Andreas Neuenkirchen, Ein Toter lag im Treppenhaus

Grafit 2024

272 Seiten, 14 Euro

 9783986590215

Frauenfreundschaft in der Lebensmitte

 Sie sind nicht mehr ganz jung, sie sind nicht sonderlich erfolgreich oder ehrgeizig und sie hadern gelegentlich mit den Umständen um sie herum: Charly, Kessie und Grit sind drei Freundinnen Mitte 40 in Berlin, selbst in einer Beziehung mehr auf Distanz bedacht und lassen echte Nähe vielleicht nur zu ihren Hunden und untereinander zu, egal ob sie sich persönlich sehen oder im Gruppenchat ihren Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen: Autorin Grit, die aber schon lange nichts mehr veröffentlicht hat und Recycling- und Lebensmittelretten-Anhängerin ist, Charly, deren Schauspielkarriere schon länger stockt und Kessie, die als Spanischlehrerin an einer Sprachenschule die einzige mit einem regelmäßigen Job ist.

Die drei Frauen sind die Protagonistinnen in Stefanie de Velascos Roman "Das Gras auf unserer Seite" und kämpfen mit größeren und kleineren Problemen - Grit mit der bevorstehenden Hochzeit ihrer jüngeren Schwester, der sie nicht recht verzeihen kann, dass sie das aus ihrer Sicht spießige Familienmodell gewählt hat, Kessie mit den Sorgen um die plötzlich pflegebedürftige Mutter, die sich im weit entfernten Heim im Rheinland einleben muss und Charly mit der Erkenntnis, dass sie schwanger ist, gerade als endlich eine Hauptrolle winkt.

Es gibt durchaus humorvolle Szenen in diesem Buch, auch gesellschaftskritische Anklänge, die dann leider nicht ausgebaut werden, etwa die Probleme von Kessie aus Spanien stammender Mutter mit der deutschen Küche im Pflegeheim und die Frage, wie weit Heime eigentlich auf die Bedürfnisse pflegebedürftiger Migranten eingestellt sind. Doch meist plätschert die Handlung vor sich hin, die Frauen sind wenig entscheidungsfreudig, selbst die Überlegungen Kessies, ob sie sich für oder gegen das Kind entscheiden soll, sind oberflächlich und ihre Denglisch-Aufgeregtheiten im Gruppenchat irgendwie spätpubertär. Fast wirkt es, als seien die Drei, die ja schon in der Lebensmitte stehen, immer noch nicht im Leben angekommen und probieren planlos rum. Dass dann ausgerechnet ein vernachlässigter Schrebergarten für neuen Aufbruch und Aktivität steht, hat mich dann doch gewundert. Sollte der den Frauen nicht als Symbol grün gewordener Spießigkeit gelten?

Insgesamt hat mich dieser Roman nicht so recht überzeugt. Die Figuren blieben oberflächlich und die Handlung kam nicht recht in Gang. Punkte wie Erwartungen speziell an Frauen und ihre Lebensentwürfe wurden zwar angerissen, blieben aber letztlich recht beliebig. 

Stefanie de Velasco, Das Gras auf unserer Seite

Kiepenheuer & Witsch 2024

256 Seiten, 23 Euro

9783462005738

Friday, May 10, 2024

Mutter-Tochter-Gespann ermittelt nach im Schatten der Alhambra

 So hatten sich Clara und Anneliese nicht ihre Mutter-Tochter-Auszeit in Südspanien vorgestellt: Erst wissen sie wegen Doppelbelegung nicht, wo sie in Granada bleiben sollen, dann finden sie einen sympathischen Vermieter, von dem vor allem die frisch verrentete Kinderärztin Anneliese sehr angetan ist (und umgekehrt). Das Glück währt aber nur kurz, denn der sympathische  Restaurateur auf der Alhambra liegt plötzlich tot in seiner Wohnung. Mehr und mehr sind die beiden Frauen überzeugt: Das war kein natürlicher Tod.

Hinzu kommt, Clara hat als digitale Nomadin schon lange nicht mehr so eng mit ihrer Mutter zusammengelebt. Sie wollte ihr mit der gemeinsamen Zeit in Granada den Übergang in den Ruhestand erleichtern, muss aber feststellen: bei aller Liebe, es braucht auch klare Abgrenzungen. Etwa wenn Anneliese mal wieder ohne Klopfen und Respekt vor der Privatsphäre in Claras Zimmer steht, während die gerade mit Fernbeziehung Thorben in Kanada skypt.

Neben der Frage, wo sie jetzt für den Rest ihrer Zeit in Granada bleiben sollen und was hinter Manuels Tod steckt, geht es auch um berufliche Durststrecken und Zukunftspläne für Clara und Thorben, bei denen sich plötzlich über die große Entfernung hinweg eine Krise abzeichnet.

Mit "Schatten über der Alhambra" hat Autorin Susanne Beck zwar ein sympathisches Mutter-Tochter-Gespann geschaffen, als Ermittlerinnen stellen sich die beiden allerdings ziemlich hanebüchen an, verdächtigen einerseits so gut wie jeden und haben andererseits ganz offensichtlich kein Bewusstsein für Gefahrenmomente, so übereilt und emotional, wie sie handeln. Bei allem Wohlwollen: Das ist schon extrem dilettantisch. Wem Logik weniger wichtig ist als südliche Urlaubsatmosphäre, wird dennoch Vergnügen an diesem Cozy-Krimi finden. Ein origineller Einfall sind die Monologe der Alhambra, die als stumme Beobachterin durch die Jahrhunderte hinweg zu Beginn eines jeden Kapitels ihre Betrachtungen von sich gibt.


Susanne Beck, Schatten über der Alhambra

Ullstein 2023

  360 Seiten, 4,99

9783843729994

Tuesday, May 7, 2024

Urlaub mit den Eltern

 Urlaub mit den Eltern - als erwachsenes Kind - hat seine Herausforderungen. Das stellt auch Comedian Andre Hermann fest, als er dem leisen Druck seiner Eltern nachgibt und mit ihnen nach Israel und Jordanien reist - ein großer Traum der beiden Mitt- bis Endsechziger, aber alleine hätten sie sich das nicht getraut. Die Herausforderung ist umso größer, als die Drei nicht so regelmäßig zusammenkommen oder telefonieren, wie das in manch anderer Familie der Fall ist. Man versteht sich, sieht sich aber eben nur alle paar Monate. Und jetzt plötzlich zwei Wochen lang täglich. Kann das gut gehen?

Wie so viele seiner Generation lässt Hermann seine Gefolgschaft in den sozialen Medien an der Erfahrung teilnehmen. Erst leicht leidend - im Flugzeug hat er schon dafür gesorgt, dass er weit weg von den Eltern sitzt. Das fehlte ja noch - er Berliner, die beiden Rentner aus der Provinz von Sachsen-Anhalt, das ist ihm offenbar ein bißchen peinlich. Wenn seine Eltern in ein Fettnäpfchen treten oder etwas Naives von sich geben, postet er das allerdings prompt. Und siehe da: Die Follower sind hin und weg.

Aber ob die Eltern das gut finden, derart unter einem Hashtag vorgeführt zu werden? Vielleicht liegt es daran, dass ich altersmäßig mittlerweile näher an den Eltern als an dem Autor bin, dass ich es denn doch recht fies finde, das Elternpaar, dass es ja bereits durch ein ganzes Berufsleben geschafft hat, als ein wenig trottelig, weltfremd und neben der Spur darzustellen. Ganz so, als werde das Hirn spätestens am 50. Geburtstag abgeschaltet. Und technisch und auch sonstwie überfordert sind die alten Leutchen ja sowieso.

Nichtsdestotrotz, auf der turbulenten Reise, auf der auch einiges schief geht, wo verschiedene Missverständnisse drohen und der Autor wohl auch mal die eine oder andere Episode etwas übertrieben haben mag, sorgen die Eltern für manche unfreiwillige Unterhaltung, zeigen sich aber auch interessiert, weltoffen und sehr liebenswert. Das Familienreiseabenteuer wird humorvoll geschildert und auch wenn sie Andre manches mal über seine Eltern lustig macht oder echauffiert - man hat sich ja doch lieb. 


Andre Hermann, Schön wars, aber nicht nochmal

rororo 2024

304 Seiten, 13,40

9783499013997

Sunday, May 5, 2024

Aberwitzige Kochshow-Parodie

 Mit "Schnitzel Suprise" hat Markus Heitz die Welt der Koch- und Backshows aufs Korn genommen und beschreibt mit schrägem Humor und überdrehtem Plot die Abenteuer von Thom, der es fast mal zu einem Michelin-Stern geschafft hat, nun aber doch nur der Wirt des Schnitzel-Ecks ist, einer Kneipe, die irgendwie in den 80-er Jahren stehengeblieben ist und in der die Pleite stets nur um die Ecke zu sein scheint. 

Also so gar kein telegener Szenewirt - bis ihm der hippe TV-Produzent Max ein Angebot macht, dass Thom nicht abschlagen kann: Er stellt Thom in den Mittelpunkt von Koch-Formaten aller Art. Dafür will der Sender Thoms Schulden übernehmen. Das wird dem Schnitzelwirt zwar schon bald zu viel, aber er kommt da nicht mehr raus. Statt dessen gibt es Ärger mit der Lebensmittelaufsicht, mit der Ex und die Sorge um den 60-jährigen Azubi Boris, der an Allergien und Unverträglichkeiten alles aufzuweisen hat, was da so existiert.

Der Generationen- und Kulturclash zwischen Mittvierziger Thom und seinen Stammkunden Halbglatzen-Martin und Schnurrbart-Stefan einerseits und der hippen unter-30-Fernsehmeute andererseits bietet schon reichlich Stoff für Krisen, Missverständnisse und Frust. Manches, was Thom beim Brainstormen vorschlägt, weil er es für völlig irre hält, wird begeistert aufgenommen. 

In den immer abstruseren Koch- und Backformate,, die zunächst als Internet-Testballons laufen, muss Thom jetzt irgendwie eine gute Figur machen. Und dann sind da noch all die durchgeknallten Schnitzelvarianten. Nicht zu vergessen der Einsatz Thoms in einer Kindergartengruppe, wo nach gemeinsamem Schnitzelbraten sensible Kinderseelen plötzlich feststellen, dass das Fleisch mal gelebt hat. 

Dennoch: als "Desaster-Chef" hat Thom plötzlich eine große Fangemeinde und wird zum Gastro-Influencer wider willen. Kurz, es gibt jede Menge Situationskomik, vielleicht nicht allzu subtil, aber ein Lesespaß, der Entspannung schafft und die Lachmuskeln attackiert. 


Markus Heitz, Schnitzel Surprise

Knaur 2024

352 Seiten, 12 Euro

9783426448748